Tim ist am Zug

Tim Appelhagen, Leitstelle der Schienenlogistik

Als Kind hat Tim Appelhagen seinen Großvater häufiger bei der Arbeit besucht. „Mein Opa arbeitete aber nicht in einem Büro oder einer Fabrik, sondern er war Lokführer bei der Deutschen Reichsbahn. Ab und zu durfte ich auf seiner Lok mitfahren – ganz schön aufregend für ein Kind!“ Kein Wunder also, dass einer seiner Kindheits-Berufswünsche Lokführer war. Genausogut konnte er sich vorstellen, Reiseverkehrskaufmann zu werden.

Als er sich mit 16 Jahren für eine Ausbildung entscheiden musste, siegte aber doch die Familientradition. Drei Jahre später war er ausgebildeter Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport. Acht Jahre lang arbeitete er im Personen- und Güterverkehr. Doch auch Traumberufe haben ihre Schattenseiten: „Lokführer ist kein Beruf, sondern eine Berufung“. Unregelmäßige Wechselschichtdienste, gearbeitet wird Tag und Nacht und häufig auch an Feiertagen. Daher stellte Appelhagen sich neuen Herausforderung mit geregelten Arbeitszeiten. Eine Zeit lang arbeitete er als Disponent im Hamburger Hafen. Schon damals hat er häufig Waggons für die damalige VTG-Tochter Transpetrol rangiert. Als sich die Gelegenheit bot, hier im Leitstellen-Team anzufangen, hat er nicht gezögert.

 

Seit 2011 ist er jetzt dabei. Mittlerweile arbeitet er als Train Operator – für das Zugsystem RETRACK der VTG Rail Logistics ist er als Vorplaner tätig. „Die Züge pendeln hauptsächlich zwischen den Niederlanden, Deutschland und Ungarn, teilweise sogar bis Rumänien und Bulgarien.  Ich schaue mir in der Vorwoche die Bestellungen der verschiedenen Kunden an und plane alles rund um den Transport: Ich bestelle Trassen, die sogenannten Schienenwege der DB-NETZ, und plane die Züge hinsichtlich ihrer Auslastung unter Beachtung des zulässigen maximalen Gesamtgewichts, der Zuglänge sowie der Leistung der eingesetzten Lokomotive. Danach erstelle ich den Personalplan für die eingesetzten Lokführer und den zeitlichen Ablauf der zu erledigenden Aufgaben. Die Rangierplanung auf Unterwegsbahnhöfen sowie die Absprache von Lade- und Entladezeiten von Zügen sind ebenfalls Bestandteil meines Aufgabengebietes.“

 

Herr Appelhagen verfügt über gültige Berechtigungen und Lizenzen, die es ihm ermöglichen, im Falle eines kurzfristigen Lokführerausfalls einzuspringen. In seinem Job im VTG-Konzern hat er seine Kindheitswünsche unter einen Hut gebracht: Eine Art Reiseverkehrskaufmann ist er doch noch geworden – wenn auch für Güter und nicht für Personen – und auch im Führerstand einer Lokomotive ist er immer noch zuhause.